Traditionen der Europäischen Stadt

Christoph Kohl Stadtplaner Architekten gehören zu den führenden Vertretern einer Bewegung in Architektur und Städtebau, die auf den Traditionen der europäischen Stadt aufbaut. Im Mittelpunkt unserer städtebaulichen Praxis steht das Wiederanknüpfen an traditionelle Raumkompositionen sowie die Weiterentwicklung der traditionellen Bedeutung von Stadt, in der die Gebäude Bestandteile des städtischen Gewebes sind und dieses Gewebe die städtischen Räume definiert. Um deutlich zu machen, welche Bestandteile der Stadt bedeutungsvoller und wichtiger sind als andere, spielen dabei außerdem Hierarchie und Symmetrie, Ordnung und Vielfalt eine Rolle.

Maßstabsverkleinerung

Im Gegensatz zu der seit Jahrzehnten vorherrschenden Maßstabsvergrößerung streben wir nach einer Maßstabsverkleinerung, um dem einzelnen Haus und dem Wohngebäude, aber auch dem großen Bürogebäude und anderen zeitgenössischen Gebäudetypen einen individuellen Charakter zu geben. Gemeint ist die Beachtung des menschlichen Maßstabs in der Architektur, die sich auch in einer Bevorzugung des individualisierten, parzellierten Häuserblocks äußert. Wir glauben daran, dass die Zukunft der Stadt in der sozialen Rückdimensionierung von Architektur liegt und damit in der Wiederbelebung des Viertels oder Quartiers, das verschiedene Funktionen des sozialen Lebens in sich vereint. Wir verstehen uns als Anwälte einer bedürfnisorientierten Stadtarchitektur, die über die bloße Nützlichkeit hinaus auch zur Verschönerung des Lebensumfeldes beitragen soll. Dabei verwenden wir gerne den Begriff des „normalen“ Bauens und des „normalen“ Hauses.

Diesem Bild der europäischen Stadt, wie es sich in Jahrhunderten herausgebildet und bewährt hat, fehlt das Sensationelle. Wichtig ist dagegen die Vielfalt der Einfachheit, die Variierung ohne Verformung. Das typische Haus muss sich mit allen denkbaren Abwandlungen unzählige Male wiederholen lassen, ohne langweilig zu werden. Durch Vervielfachung wird das typische Haus quartiersprägend. Selbstverständlich müssen sich typologisch gleiche Häuser in der Wiederholung gestalterisch unterscheiden, damit sie Orte der Identifikation sein können. Die Stadt wird nicht von einer anonymen Masse bewohnt und genutzt, sondern von Individuen.

Kontext und Geschichte

Christoph Kohl Stadtplaner Architekten respektieren Konventionen und Traditionen sowie den Kontext und die Geschichte der Orte, an denen sie planen und bauen. Unsere Bauten kommen nicht aus dem Nichts, sondern bauen auf vorhandenen Straßenmustern sowie auf traditionellen Gebäudetypen und Fassaden auf, um eine Fortschreibung des Alten im Neuen zu erreichen. Wo der moderne Städtebau Löcher in die Stadt geschlagen hat, schaffen wir mit traditionellen Mitteln gegenwartsbezogene Rekonstruktionen, die die Wunden im städtischen Gefüge heilen.

In der Betonung des räumlichen Kontextes und der Harmonisierung neuer mit vorhandenen Raum- und Gebäudestrukturen ist die Position von Christoph Kohl Stadtplaner Architekten antimodernistisch und gleichzeitig zeitgenössisch-innovativ. Dabei liegt uns die Vermittlung von gesellschaftlichen Trends und langfristiger Generationengerechtigkeit sehr am Herzen.

Christoph Kohl Stadtplaner Architekten, hervorgegangen aus einer Büropartnerschaft von Rob Krier und Christoph Kohl, sind seit 1993 in Berlin ansässig.