Städtebaulicher Ideenwettbewerb Mettefeld Alle Projekte

  • Ort

    Berlin-Rudow

  • Leistungen

    Städtebaulicher Wettbewerb, 3. Preis

  • Auftraggeber

    Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Rudow

  • Co-Autoren

    Hager Partner AG Landschaftsarchitekten

  • Team

    Christoph Kohl, Christian Jörder, Cailin Nikel-Zueger, Michael Diestelkamp

  • Zeitraum

    2021

Das sogenannte „Mettefeld“, das als Acker- bzw. Weidefläche genutzt wurde, gehört der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Rudow. Durch einen Städtebaulichen Ideenwettbewerb sollte ein optimales und nachhaltiges Konzept für die Entwicklung der Fläche gesucht werden. Unsere Ideen für das Areal wurden von der Jury mit dem 3. Preis bedacht.

Städtebauliches Konzept

Die bestehenden Stadtstrukturen in der Umgebung werden aufgegriffen, neu interpretiert und weitergeführt. Mit einer leichte Drehung der Höfe reagiert das Projekt auf die im Norden und Osten liegenden Höfe, gleichzeitig wird damit Abstand zu den angrenzenden bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern geschaffen.

Eine spannungsvolle Nord-Süd Raumabfolge verbindet das Quartier mit den bedeutenden umgebenden Landschaftsräumen: eine Fussgängerverbindung geht von dem Ostburger Weg gegenüber des Friedhofseingangs ins Quartier über einen kleinen Auftakt-Platz, an dem sich auch die Bus-Haltestelle befindet.

Im Quartier weitet sich der Weg auf und bildet einen zentralen Platz als Begegnungszone für alle Generationen, der von den leicht schräg gesetzten Gebäuden gefasst ist: verschiedene Aktivitäten finden hier statt. Direkt am Platz konzentrieren sich Nutzungen des Miteinanders wie Kita, Jugendclub und Spielplatz, die zur Lebendigkeit des Quartiers beitragen.

Die Gebäude sind in unterbrochenen durchlässigen Höfen organisiert, die von zwei Geschossen plus Staffelgeschoss an den Ost und West Rändern zur Berücksichtigung der bestehenden Häuser, bis zum vierten Geschoss zur Betonung des Platzes reichen. Die Hofstruktur ermöglicht nicht nur die angeforderte Dichte zu erreichen, sondern auch eine attraktives Wohnumfeld und typologische Vielfalt zu schaffen. Verschiedene Gebäude- und Grundrisstypologien für alle Zielgruppen tragen zu einer sozialen Mischung bei: Die Blockstruktur ist so organi- siert, dass verschiedene Bauträger an der Realisierung eines Kleinquartiers teilnehmen können. Außerdem sind größere und kleinere Grundrisse für unterschiedliche Zielgruppen geeignet, was auch Vielfalt im Gebäude selbst gewährleistet. Private und gemeinschaftliche Grünflächen sowie Dachterrassen tragen zur Differenzierung des Freiraumangebotes bei.

Nachhaltigkeit / Stadtklima

Eine Vielzahl von Maßnahmen am und auf dem Gebäude und in den Freiflächen werden das örtliche Stadtklima verbessern. Die meisten Neubaudächer erhalten intensive und extensive Begrünungen. Intensiv begrünte Dachflächen verstehen sich dabei als gartenähnlich nutzbare Freiräume mit artenvielfältiger Vegetation. Niederschlagswasser wird über Anstaudrainagen zur optimalen Verdunstung zurückgehalten und mindern den restlichen Wasserablauf über die damit kleiner dimensionierten Fallrohre.

Die Freiflächen erhalten ein hohes Maß an versickerungsfähigen Belägen und unversiegelte, vielfältig bepflanzte Vegetationsflächen. Niederschlagswasser wird mit dem verbliebenen Dachwasser in unterirdischen Reservoirs gesammelt und der Freiraumbewässerung und Verdunstung zugeführt. Vegetationsnahe Flächenbeläge werden direkt über die belebte Bodenzone versickert. Natürlichen Schatten spenden die erhaltenen Bestandsbäume und die standortgerechten Neubaumpflanzungen.